Mein Leben in 10 Songs

Marita Wuensch 10. Oktober 2007 11

ist mir per Stöckchen von Christian zugeworfen worden. Und, mein Lieber, das wirst du büßen. Weil
1. das ist der aufwändigste Blogbeitrag, den ich je verfasst habe
2. es bricht mir fast das Herz, mich auf 10 (!) Songs beschränken zu müssen
3. ich bin schon nach dem Reinhören in die ersten paar Songs fürchterlich wehmütig
4. ich muss nach der Recherche der ersten Songs jetzt unbedingt auf das Glastonbury Festival nächstes Jahr
Aber immerhin habe ich mir erst vor 2 Stunden Karten für die erst vor 2 Stunden und 9 Minuten angekündigte Bette Frost Tour gekauft, von daher also musikalisch doch alles im Rahmen. Deswegen hier also – taraa – ein Mini-Abriss meines musikalischen Lebens.

1. Sandra – Everlasting love
Jöha, da kamen meine ersten semiprofessionellen Präsentationskünste und der extrem hohe Anspruch an Setdesign zum Tragen: Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich, im Klassenzimmer in meiner Grundschule bei einer kleinen Mini-Playback-Show meine zwei Mitschülerinnen Nina und Saskia so lange knechtete, zu meinem Auftritt Seifenblasen in den Raum zu pusten, bis sie beide hyperventilierend auf dem Boden zusammen klappten. Aber hey, das Showbusiness ist eben hart.

2. Udo Jürgens – Ich weiß was ich will
Immer noch: Hammer, hammer, hammer. Generell: Ganz viel von Udo Jürgens ist ganz großes Kino. Das hier habe ich mal ausgewählt, weil es mich auch sehr mit meiner Schwester verbindet – mit der ich viele lustige Lieder geteilt habe (ein anderer Klassiker von uns: “Das bisschen Haushalt”, gerne auch gehört: “Kornblumen”) Und weil ich dieses Lied mit ihr heute noch im Auto mitgrölen kann und es nicht mal auf ihrer Hochzeit gefehlt hat: Hier mit dicker Widmung an dich, Schwesterherz!
[myvideo 1320138]

3. Aha – Take on me
War mit ziemlicher Sicherheit das erste Musikvideo, das ich gesehen habe. Und herrgott, war ich verknallt.

4. Megavier – Genug ist genug
Mehr muss man dazu wohl auch nicht sagen.

5. Lou Reed – Perfect Day
Auch hier ein Tribut, diesmal an einen unglaublich spannenden Freund, durch den ich zauberische Autofahrten übers Land, ein uraltes Postauto auf einem verrotteten Parkplatz, den zugemülltesten Fußboden der ganzen Welt, asiatische Architektur und die Schönheit eines Autoscheinwerfers auf einem Kornfeld entdeckt habe. Und die wichtigste Lektion überhaupt: Dass man tatsächlich mit einem Mann befreundet sein kann – ohne verliebt sein zu müssen.

6. Pachelbel – Kanon in D-Dur
Das erste Mal habe ich ihn nach einem wilden Fest gehört, als wir alle noch verkatert in der Wohnung rumhingen und die halbe Münchner Innenstadt durch die offenen Fenster beschallten. Und der Kanon hat mich einfach umgepustet. Tränen sind gekullert und ich habe beschlossen: Sollte ich mal heiraten, läuft dieses Stück. Dummerweise habe ich später festgestellt, dass in fast jedem amerikanischen Film der Kanon läuft, wenn eine Braut zum Altar läuft. Blöd, das. Trotzdem: Viel Gänsehaut!

7. Buddy vs. DJ the Wave – Ab in den Süden
Großartig, großartiger, jedes Jahr wieder wunderbar um sich auf das schönste Fest der Welt einzustimmen. Perfekt zum Anstoßen, den Italienern tief in die Augen zu schauen, eine Brezn vom versifften Tisch zu klauben, betrunken nach Hause zu wanken. Herzzerreißend traurig, wenn man es in diesem Jahr nicht nach München schafft. So wie dieses Jahr – deswegen habe ich besser mal nicht reingehört.

8. Wir sind Helden – Die Zeit heilt alle Wunder
Fürchterlicher, ewig dauernder Liebeskummer, die Angst, zu vergessen – und ein großes Lied.

9. Fettes Brot – Ghostbusters’ Nordish by nature
Grandiosestes Finale beim Stadtpark Open Air (bei youtube nur in außerstädtischer Version vorhanden, aber der Track bleibt ja der Gleiche). Fettes Brot, lasst uns zusammen alt werden – ich bin euer, für immer!

10. Fratellis – Flathead
Bringt mich aktuell morgens in die Agentur, bringt mich zum quer-durch-die-Wohnung-tanzen, bringt mir gute Laune – wird hiermit in den Soundtrack meines Lebens aufgenommen.

Und weil man nie zu viel Zeit mit toller Musik und ein bisschen wehmütigem Rückblick verbringen kann, werfe ich das Stöckchen weiter an Hanna, Christoph und die Pudri Mädels.

11 Comments »

  1. Diana 10. Oktober 2007 at 23:35 -

    Take on me von AHA wäre bei auf Platz 1: Ich mag mich noch erinnern wich mit etwas 4 Jahren vor dem Fernseher sass und mit grosser Bewunderung diesen Clip verfolgte. Ich war einfach so fasziert davon, wie diese junge Frau aus dieser “Bildergeschichte” rein und wieder raus konnte ;) ! Haaaaach….!

  2. Christoph 11. Oktober 2007 at 01:13 -

    Megavier, mist die hab ich unterwegs verloren. Fettes Brot war klar bevor ich mit der Liste durch war (und diese Aufgabe gefunden habe, an der ich jetzt seit drei Stunden sitze!). Für die Hochzeit empfehle ich ja Where is my mind von den Pixies, in Erinnerung an eine der romantischten Filmszene überhaupt, den Schluss von Fight Club (White Wedding wird dir schon irgendein alter Schulfreund widmen) Flathead wäre auf meiner Liste auch, vor allem weil es ein gemeinsames Lieblinglied mit Nichte und Neffe ist. Und für dermassen für gute Laune sorgt. Obacht:Die 7 hören wir nächstes Jahr zusammen, wenn ich nach München fliegen kann, kannst du das auch.

  3. Marita Wuensch 11. Oktober 2007 at 08:31 -

    Hallo Diana,

    ehrlich?? Die Frau hat mich ja nur gestört – schließlich wollte ICH doch sein Liebchen sein. :-)
    Hab das mehr chronologisch geordnet – so von ganz früher bis heute – und nicht nach Wertung.
    Was wäre denn dein aktueller Favorit?

  4. Christian 11. Oktober 2007 at 12:26 -

    Diese Nordish by nature-Version habe ich ja noch nie gehört. Ist ja geil.

  5. Anja 12. Oktober 2007 at 08:34 -

    Hach…AHA.
    Da wollte ich das erste Mal endlich schon “groß” sein. Sesamstraße hin oder her.
    Morten Harket war auch bei mir der erste Mann, denn ich richtig gut fand. Absolut vorpubertär mit 5 Jahren!!!
    Traumhaft. Aber Sandra war die Traumfrau meines Bruders. Also haste schonmal zwei Vorschullieben erfasst. Super Soundtrack, da werden Erinnerungen wach! ;)

  6. Irina 13. Oktober 2007 at 22:51 -

    Das allerschönste an Nr. 10 ist, dass ich Dich dabei tanzend durch Deine Küche vor meinem geistigen Auge sehe. Und dieser Anblick verrät, dass der Film zum Soundtrack verdammt oscarverdächtig ist, Du Süße!

  7. Marita Wuensch 14. Oktober 2007 at 09:56 -

    Anja – bist du eigentlich auch so erschrocken, als der Traummann der Jugend vor ein paar Jahren mit Wachsgesicht wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist? Ich war jedenfalls mächtig enttäuscht- und mir wäre es alle mal lieber geblieben, ich hätte ihn als “Seufz”-Helden von damals in Erinnerung behalten können.

  8. Anja 17. Oktober 2007 at 07:52 -

    Ja, furchtbar!!! Das kann man nun getrost in die Kiste mit den “Peinlichkeiten meiner Jugend” packen. Aber dennoch, das Video erweckt bei mir immernoch ein leichtes “Hach”-Gefühl. ;)

  9. Ulrike 24. Oktober 2007 at 13:03 -

    Kaum sitzt Du im Flieger in ein fernes Land – schon wird die Sehnsucht nach Dir nur noch größer. Und dann finde ich hier auch noch so viele Lieder, die ich mit Dir verbinde.
    AHA wirklich 1a, erinnert mich immer an die Popstar-Aufkleber an deinem oder meinem Bett!
    Vermisse dich….
    Ulrike

  10. Ulrike 24. Oktober 2007 at 13:03 -

    Kaum sitzt Du im Flieger in ein fernes Land – schon wird die Sehnsucht nach Dir nur noch größer. Und dann finde ich hier auch noch so viele Lieder, die ich mit Dir verbinde.
    AHA wirklich 1a, erinnert mich immer an die Popstar-Aufkleber an deinem oder meinem Bett!
    Vermisse dich….
    Ulrike

  11. Lara 10. September 2009 at 10:26 -

    Pachelbel ist bei mir gerade super angesagt. Damit bringe ich mein kleines Baby immer zu Bett. Aber würde ich heiraten, würde ich es auch spielen lassen. Als ich das Lied zum ersten Mal gehört habe, musste ich unweigerlich weinen….

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